FAIRTRADE

Durch Politische Bildung wurde die erste Klasse Hotelkauffrau/mann auf die Thematik fairer Handel aufmerksam. Grundlage bildete ein Artikel der Tageszeitung DER STANDARD KOMPAKT vom 10. Jänner 2019 über den Protest der Textilarbeiterinnen in Bangladesch. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr betroffen von dem tristen Dasein dieser Menschen, welche einen großen Teil unserer alltäglichen Kleidungsstücke nähen.
Sie wollten mehr über die Problematik von Fastfashion (Filmtipp: THE TRUE COST, 2016) wissen, sich aber auch mit den Lösungsansätzen beschäftigen. Was ist fairer Handel und was könnte er bewirken?
Ein Ansprechpartner für fairer Handel ist FAIRTRADE Österreich. Die Berufsschule LTZ ermöglichte einen Besuch dieses Vereines in der Klasse 1HKL, welcher sich „seit 1993 für fairen Handel mit Bauernfamilien und Beschäftigten auf Plantagen in Afrika, Asien und Lateinamerika“ einsetzt, er „vergibt in Österreich das FAIRTRADE-Siegel.“ (www.fairtrade.at/fairtrade-oesterreich.html) So konnten die Schülerinnen und Schüler an einem Workshop von FAIRTRADE teilnehmen. Durchgeführt wurde dieser von Erik Stettler, welcher gleich zu Beginn die Schülerinnen und Schüler in die Rolle der Kakaobauern und Händler der Elfenbeinküste versetzte. Durch das Rollenspiel konnten die Schülerinnen und Schülern aus einer anderen Perspektive erleben, warum fairer Handel notwendig ist.

Beim Workshop: Händlerin und Kakaobäuerin lächeln zufrieden, der Handel dürfte fair verlaufen sein, leider schaut der Alltag für den Großteil der Kakaobauern ganz anders aus! (Bildhintergrund: hier wird noch gehandelt oder gefeilscht?)

Der anschließende Vortrag gestaltete sich sehr informativ für die Klasse, sie erfuhren wie schwierig es für die Bauern überhaupt ist ihren Kakao zu verkaufen und für ihre Ernte einen gerechten Preis zu erhalten um ihr Überleben zu sichern. Die Entfernung zum Markt spielt für den Verkauf eine Rolle, wer ist schneller vor Ort? Kinderarbeit (manchmal deutlicher mit Kindersklavenarbeit bezeichnet) und Prostitution stehen an der Tagesordnung! Erik Stettler erklärte die Zielsetzungen und Struktur des Vereines FAIRTRADE, wichtig für ihn war es uns zu vermitteln, dass es bewusste Verbraucherinnen und Verbraucher braucht, welche faire Produkte kaufen!

Nach dem Workshop

Damit die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke besser verarbeiten und veröffentlichen können bearbeiteten sie direkt nachdem Workshop folgende drei Fragen (nachfolgend einige ihrer Zitate):

Was hat dich beim Workshop von Fair Trade Österreich beeindruckt?

„Mir hat Herr Stettler einen klareren Einblick in das Fairtrade Geschäft gegeben. Ich find es fair, dass sie die Kakaobauern unterstützen und ihnen einen sehr fairen Preis für die harte Arbeit geben.“ (Benjamin)

„Ich war komplett überrascht hätte nicht gedacht dass das „Fair Trade“ so Interessant sein kann …“ (Estella)

„Mich hat es sehr beeindruckt, dass der Man der bei uns in der Klasse war wirklich alles versucht hat damit wir es verstehen. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben und hat uns aufgeklärt, und er hat auch die vielen Fragen beantwortet die wir hatten, und er hat sie auch so erklärt dass es jeder verstehen konnte, und es war halt sehr interessant für alle. Jetzt wissen alle mittlerweile wie es eigentlich in Afrika ist bzw. wie es da mit den Landarbeitern läuft. Und es hat mich auch sehr beeindruckt wie sich Fair Trade wirklich Mühe gibt, sodass jeder das kriegt (sic!) was er sich verdient hat bzw. was er kriegen (sic!) soll.“ (Marie)

„Ich muss ehrlich sagen dass ich sehr beeindruckt und überrascht war nach dem Workshop und dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit bekommen habe Fair Trade als ein „Faire Standards und gerechter Handel weltweit“ kennen lernen zu dürfen. Was ich besonders gut fand: FAIRTRADE fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern, FAIRTRADE schützt und unterstützt Kinder und Jugendliche, FAIRTRADE setzt sich für die Rechte der Beschäftigten auf Plantagen ein!“ (Salome)

„Ich fand den Workshop sehr interessant, weil ich gar nicht wusste dass es so viele Fair Trade Produkte gibt. Außerdem wusste ich nicht, dass es einen Mindestlohn für die Bauern gibt. Am meisten fand ich es interessant, als ich erfahren hab, dass keine Kinderarbeit erlaubt ist!“ (Valentina)

„Mich hat am meisten beeindruckt, dass wir mit ein paar Cent schon so viel bewirken können. Wenn wir beispielsweise Fair Trade Bananen kaufen anstatt normalen Bananen und 50 Cent mehr ausgeben kann das schon etwas bei den Produzenten bewirken.“ (Ann-Kathrin)

„Mich hat beeindruckt das man mit nur paar Cent unterschied den Menschen helfen kann.“ (Kamila)

„Persönlich hatte ich den WS Fair Trade sehr interessant und lernreich (sic!) gefunden. Es sind sehr viele Situationen vorgekommen über die ich nichts wusste. Ich wusste vor dem Vortrag nicht, dass es so eine Organisation überhaupt gibt. Ich finde sehr gut, dass die Organisation selbst sieht als wichtige Möglichkeit für Bauern, der Armut zu entkommen.“ (Patricia)

„Der Vortrag vom Erik kam mir mehr als Werbung für Fair Trade rüber. Es gab ein paar gute Punkte am Vortrag wie z.B. dass sie Kakao-Bauern unterstützen und einen Fixpreis ansetzen an dem sie verkaufen.“ (Philip)

„Viele Informationen die man über Fair Trade hatte waren leicht falsch. Darüber das die Fair Trade zum Beispiel sehr viel teurer wären als andere Produckte. Das es darum geht den Produzenten der Ware ein, auch bei niedrigen Marktpreisen, höheres und verlässliches Einkommen als im herkömmlichen Handel zu verwirklichen.“ (Rem)

„Mir hat der Workshop von Fair Trade Österreich sehr gefallen da ich vieles gelernt habe was ich noch nicht wusste. Ich finde dass es eine sehr gute Organisation ist da es einen Mindestlohn für Bauer gibt, es Fairer Handel ist und keine Kinderarbeit erlaubt ist. Man kann beim Einkaufen Fair Trade Produkte kaufen und hilft so den Bauern, in anderen Ländern, die nicht so viel verdienen.“ (Viktoria)

Hat sich dein Denken verändert?

„Ich habe gemerkt wie gut wir es in Europa eigentlich haben und wie toll die Wirtschaft auch ist. Ich werde natürlich versuchen, dass anderen Menschen zu vermitteln.“ (Estella)

„Eigentlich hatte ich selbst mal so eine Präsentation über Fair Trade in der Schule letztes Jahr und ich habe es eh gut ausgearbeitet obwohl ich es nicht so detailliert machen konnte hat mich das Thema sehr interessiert. Aber jetzt seit Erik bei uns war konnte ich endlich wirklich verstehen wieso Fair Trade das alles macht und auch wieso wir jetzt mehr von Fair Trade Produkte kaufen sollten. Sie versuchen die Einkommenssituation der Landarbeiter zu verbessern.“ (Marie)

„Natürlich denkt man nach, wenn der Vortragende Zahlen und Fakten bekannt gibt. Er erzählte uns wie es den Bauern geht und welche Auswege ihnen bleiben wenn Fair Trade nicht unterstützt wird und sie den Bauern keinen fairen Handel mehr anbieten können.“ (Ann-Kathrin)

“ Natürlich denkt man darüber nach, weil man jetzt ein Einblick bekommen hat wie es den Bauern   geht. Und mit Fair Trade unterstützen wir  dann den fairen Handel. Damit es den Bauern und deren Familien finanziell besser geht.“ (Kamila)

„Natürlich hat Fair Trade meine Gedanken verändert, und mich zum Nachdenken gebracht. Ich werde ab jetzt alles was ich bis jetzt unterschätzt habe, viel mehr schätzen.“ (Patricia)

„Nein da ich meine Meinung dazu habe.“ (Philip)

„Da ich jetzt weiß, das ich mit Fair Trade anderen helfe und viele Vorteile von Fair Trade kenne, werde ich es öfters kaufen.“ (Viktoria)

Was wollte der Vortragende?

„Er wollte uns einen besseren Einblick in Fairtrade und dessen Vorteile geben. Er hat uns auch gezeigt dass Fairtrade sehr wohl wichtig für die Welt ist.“ (Benjamin)

„Er wollte uns das natürlich gut verkaufen und vermitteln, und uns einiges lernen.“ (Estella)

„Er hat uns gezeigt was alles dort in der Elfenbeinküste passiert momentan und dass wenn wir uns einsetzen dass wir ihnen helfen können solange wir mehr Fair Trade Produkte kaufen.“ (Marie)


„Der Erik wollte uns meiner Meinung nach einfach nur beibringen was Fair Trade ist. Er wollte unsere Denkweise verändern im positiven Sinne. Je mehr wir Fair Trade Produkte kaufen, desto mehr helfen wir den Menschen auf der Elfenbeinküste.“ (Valentina)

„Er wollte unser Denken und unsere Nachsicht (sic!) ein bisschen verändern. Er will auch junge Menschen dazu bringen nachhaltig einzukaufen.“ (Ann-Kathrin)

„Uns Fair Trade vorstellen und ins gute Licht stellen. Einfach zu werben dafür.“ (Philip)

„Der Vortragende wollte uns Fair Trade verkaufen, er wollte uns dazu bringen öfters oder nur noch Fair Trade Produkte zu kaufen.“ (Viktoria)

Nachbearbeitung

Einige Fragen blieben nach dem Workshop noch offen bzw. entstanden erst! So beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen noch mit folgenden Themen,

„Warum verwendet „Zotter“ kein FAIRTRADE-Siegel mehr?
Was können wir noch über die Elfenbeinküste und Kakao in Erfahrung bringen?
Warum war die Berichterstattung über die letzten Proteste der Arbeiterinnen in Bangladesch so mäßig und welche Bilder werden der Öffentlichkeit dazu präsentiert?“

in der Schule und allgemein mit ihrer Lebenswelt.
(Martin Harand)

8 Gedanken zu „FAIRTRADE

  1. Erik Stettler

    Nochmals ein Danke dafür in eurer Klasse über FAIRTRADE sprechen zu dürfen.
    Als zukünftige Hotelfachkräfte liegt es vieleicht in der einen oder anderen Hand den Einkauf eines Hauses zu managen. Wenn ihr eure Empathie, so wie ich euch kennen lernen durfte, beibehaltet wird es in Zukunft vieleicht auch“FAIRTRADE-Hotels“ geben.
    Ich gratuliere euch nochmals zu eurem Engagement für UNSERE :))
    Sache.
    Liebe Grüße, Erik

    Antworten
  2. Alex Hasenburger

    Eine tolle Idee und sehr spannend umgesetzt! Es ist toll, dass sich eine Schule und der Lehrer so viel Mühe gemacht haben, ein so wichtiges Thema aufzuarbeiten und umzusetzen.

    Antworten
  3. Florian Ablöscher - FAIRTRADE Österreich

    Vielen Dank für die Einladung an eure Schule! Die Jugendlichen der BSLTZ sind interessiert an internationaler Wirtschaft und Mitstreiter*Innen für mehr Fairness :-). Gemeinsam werden wir Schritt-für-Schritt bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für kleinbäuerliche Familien erreichen!

    Antworten

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